Aus-Liebe.net
Dein Blog über Sex, Liebe und Partnerschaft
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Wie ich dich liebe? Laß mich zählen wie.Ich liebe dich so tief, so hoch, so weit,als meine Seele blindlings reicht, wenn sieihr Dasein abfühlt und die Ewigkeit.
Ich liebe dich bis zu dem stillsten Stand,den jeder Tag erreicht im Lampenscheinoder in Sonne. Frei, im Recht, und reinwie jene, die vom Ruhm sich abgewandt.
Mit aller Leidenschaft der Leidenszeitund mit der Kindheit Kraft, die fort war, seitich meine Heiligen nicht mehr geliebt.
Mit allem Lächeln, aller Tränennotund allem Atem. Und wenn Gott es giebt,will ich dich besser lieben nach dem Tod.
Das ist mein Fenster. Ebenbin ich so sanft erwacht.Ich dachte, ich würde schweben.Bis wohin reicht mein Leben,und wo beginnt die Nacht?
Ich könnte meinen, alleswäre noch Ich ringsum;durchsichtig wie eines KristallesTiefe, verdunkelt, stumm.
Ich könnte auch noch die Sternefassen in mir; so großscheint mir mein Herz; so gerneließ es ihn wieder los.
den ich vielleicht zu lieben,vielleicht zu halten begann.Fremd, wie nie beschriebensieht mich mein Schicksal an.
Was bin ich unter dieseUnendlichkeit gelegt,duftend wie eine Wiese,hin und her bewegt,
rufend zugleich und bange,daß einer den Ruf vernimmt,und zum Untergangein einem Andern bestimmt.
An der sonngewohnten Straße, in demhohlen halben Baumstamm, der seit langeTrog ward, eine Oberfläche Wasserin sich leis erneuernd, still’ ich meinenDurst: des Wassers Heiterkeit und Herkunftin mich nehmend durch die Handgelenke.Trinken schiene mir zu viel, zu deutlich;aber diese wartende Gebärdeholt mir helles Wasser ins Bewußtsein.
Also, kämst du, braucht ich, mich zu stillen,nur ein leichtes Anruhn meiner Hände,sei’s an deiner Schulter junge Rundung,sei es an den Andrang deiner Brüste.
So lass uns Abschied nehmen wie zwei Sterne,durch jedes Übermaß von Nacht getrennt,das eine Nähe ist, die sich an Ferneerprobt und an dem Fernsten sich erkennt.
Im Jardin des Plantes, Paris
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbeso müd geworden, dass er nichts mehr hält.Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbeund hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,der sich im allerkleinsten Kreise dreht,ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupillesich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,geht durch der Glieder angespannte Stille –und hört im Herzen auf zu sein.
I
Und wie mag die Liebe dir kommen sein?Kam sie wie ein Sonnen, ein Blütenschnein,Kam sie wie ein Beten? – Erzähle:
Ein Glück löste leuchtend aus Himmeln sich losund hing mit gefalteten Schwingen großan meiner blühenden Seele…
II
Das war der Tag der weißen Chrysanthemen, –mir bangte fast vor seiner schweren Pracht…Und dann, dann kamst du mir die Seele nehmentief in der Nacht.
Mir war so bang, und du kamst lieb und leise, –ich hatte grad im Traum an dich gedacht.Du kamst, und leis wie eine Märchenweiseerklang die Nacht…
Leise hör ich dich rufenin jedem Flüstern und Wehn.Auf lauter weißen Stufen,die meine Wünsche sich schufen,hör ich dein Zu-mir-gehn.
Jetzt weißt du von dem Gefährten,und dass er dich liebt … das macht:Es blühen in seinen Gärtendie lang vom Licht gekehrtenBlüten, blühn über Nacht …
Ein Händeineinanderlegen,Ein langer Kuss auf kühlen Mund,Und dann: auf schimmerweißen WegenDurchwandern wir den Wiesengrund.Durch leisen, weißen BlütenregenSchickt uns der Tag den ersten Kuss, –Mir ist: Wir wandeln Gott entgegen,Der durchs Gebreite kommen muss.
Wie soll ich meine Seele halten, daßsie nicht an deine rührt? Wie soll ich siehinheben über dich zu andern Dingen?Ach gerne möcht ich sie bei irgendwasVerlorenem im Dunkel unterbringenan einer fremden stillen Stelle, dienicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.Auf welches Instrument sind wir gespannt?Und welcher Spieler hat uns in der Hand?O süßes Lied.
Wie hab ich das gefühlt was Abschied heißt.Wie weiß ichs noch: ein dunkles unverwundnesgrausames Etwas, das ein Schönverbundnesnoch einmal zeigt und hinhält und zerreißt.
Wie war ich ohne Wehr, dem zuzuschauen,das, da es mich, mich rufend, gehen ließ,zurückblieb, so als wärens alle Frauenund dennoch klein und weiß und nichts als dies:
Ein Winken, schon nicht mehr auf mich bezogen,ein leise Weiterwinkendes – , schon kaumerklärbar mehr: vielleicht ein Pflaumenbaum,von dem ein Kuckuck hastig abgeflogen.
Ich liebe dich, du sanftestes Gesetz,an dem wir reiften, da wir mit ihm rangen;du großes Heimweh, das wir nicht bezwangen,du Wald, aus dem wir nie hinausgegangen,du Lied, das wir mit jedem Schweigen sangen,du dunkles Netz,darin sich flüchtend die Gefühle fangen.
Du hast dich so unendlich groß begonnenan jenem Tage, da du uns begannst, –und wir sind so gereift in deinen Sonnen,so breit geworden und so tief gepflanzt,daß du in Menschen, Engeln und Madonnendich ruhend jetzt vollenden kannst.
Laß deine Hand am Hang der Himmel ruhnund dulde stumm, was wir dir dunkel tun.
Mit diesem Wind kommt Schicksal; laß, o laßes kommen, all das Drängende und Blinde,vor dem wir glühen werden -: alles das.(Sei still und rühr dich nicht, daß es uns finde.)O unser Schicksal kommt mit diesem Winde.
Von irgendwo bringt dieser neue Wind,schwankend vom Tragen namenloser Dinge,über das Meer her was wir sind.
…. Wären wirs doch. So wären wir zuhaus.(Die Himmel stiegen in uns auf und nieder.)Aber mit diesem Wind geht immer wiederdas Schicksal riesig über uns hinaus
Wandelt sich rasch auch die Weltwie Wolkengestalten,alles Vollendete fälltheim zum Uralten.
über dem Wandel und Gang,weiter und freier,währt noch dein Vor-Gesang,Gott mit der Leier.
Nicht sind die Leiden erkannt,nicht ist die Liebe gelernt,und was im Tod uns entfernt,
ist nicht entschleiert.Einzig das Lied überm Landheiligt und feiert.