Johann Wolfgang von Goethe ist der wohl bekannteste deutsche Dichter aller Zeiten. So verwundert es kaum, dass auch er eine ganze Reihe von wunderschönen Liebesgedichten verfasst hat, von denen wir dir im Folgenden einige vorstellen wollen! Table of Contents Toggle Freudvoll und leidvollJa, die Augen waren’s, ja, der MundLiebesgedichte von Johann Wolfgang von Goethe -Nähe des GeliebtenDie Liebe wider WillenLiebesgedichte von Johann Wolfgang von Goethe – Ein Blick von deinen Augen in die meinenWillkommen und AbschiedNeue Liebe, neues LebenWinkMailiedZu Regenschauer und HagelschlagJuniEins und AllesDu tanzest leichtWiederfinden Freudvoll und leidvoll FreudvollUnd leidvoll,Gedankenvoll sein,HangenUnd bangenin schwebender Pein,Himmelhoch jauchzend,zum Tode betrübt –Glücklich alleinIst die Seele, die liebt. Ja, die Augen waren’s, ja, der Mund Ja, die Augen warens, ja, der Mund,Die mir blickten, die mich küßten.Hüfte schmal, der Leib so rund,Wie zu Paradieses Lüsten.War sie da? Wo ist sie hin?Ja! sie wars, sie hats gegeben,Hat gegeben sich im FliehnUnd gefesselt all mein Leben. Liebesgedichte von Johann Wolfgang von Goethe -Nähe des Geliebten Ich denke dein, wenn mir der Sonne SchimmerVom Meere strahlt;Ich denke dein, wenn sich des Mondes FlimmerIn Quellen malt.Ich sehe dich, wenn auf dem fernen WegeDer Staub sich hebt;In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen StegeDer Wandrer bebt.Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem RauschenDie Welle steigt.Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,Wenn alles schweigt.Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,Du bist mir nah!Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die SterneO wärst du da! Die Liebe wider Willen Ich weiß es wohl und spotte viel:Ihr Mädchen seid voll Wankelmut!Ihr liebet, wie im Kartenspiel,Den David und den Alexander;Sie sind ja Forcen miteinander,Und die sind mitteinander gut.Doch bin ich elend wie zuvor,Mit misanthropischem Gesicht,Der Liebe Sklav’, ein armer Tor!Wie gern wär ich sie los, die Schmerzen!Allein es sitzt zu tief im Herzen,Und Spott vertreibt die Liebe nicht. Liebesgedichte von Johann Wolfgang von Goethe Liebesgedichte von Johann Wolfgang von Goethe – Ein Blick von deinen Augen in die meinen Ein Blick von deinen Augen in die meinen,Ein Kuß von deinem Mund auf meinem Munde,Wer davon hat, wie ich, gewisse Kunde,Mag dem was anders wohl erfreulich scheinen?Entfernt von dir, entfremdet von den Meinen,Führ ich stets die Gedanken in die Runde,Und immer treffen sie auf jene Stunde,Die einzige; da fang ich an zu weinen.Die Träne trocknet wieder unversehens:Er liebt ja, denk ich, her in diese Stille,Und solltest du nicht in die Ferne reichen?Vernimm das Lispeln dieses Liebewehens;Mein einzig Glück auf Erden ist dein Wille,Dein freundlicher, zu mir; gib mir ein Zeichen! mehr lesen Erotische LiebesgedichteWillkommen und Abschied Es schlug mein Herz. Geschwind, zu Pferde!Und fort, wild wie ein Held zur Schlacht.Der Abend wiegte schon die Erde,Und an den Bergen hing die Nacht.Schon stund im Nebelkleid die EicheWie ein getürmter Riese da,Wo Finsternis aus dem GesträucheMit hundert schwarzen Augen sah. Der Mond von einem WolkenhügelSah schläfrig aus dem Duft hervor,Die Winde schwangen leise Flügel,Umsausten schauerlich mein Ohr.Die Nacht schuf tausend Ungeheuer,Doch tausendfacher war mein Mut,Mein Geist war ein verzehrend Feuer,Mein ganzes Herz zerfloß in Glut. Ich sah dich, und die milde FreudeFloß aus dem süßen Blick auf mich.Ganz war mein Herz an deiner Seite,Und jeder Atemzug für dich.Ein rosenfarbnes FrühlingswetterLag auf dem lieblichen GesichtUnd Zärtlichkeit für mich, ihr Götter,Ich hofft’ es, ich verdient’ es nicht. Der Abschied, wie bedrängt, wie trübe!Aus deinen Blicken sprach dein Herz.In deinen Küssen welche Liebe,O welche Wonne, welcher Schmerz!Du gingst, ich stund und sah zur ErdenUnd sah dir nach mit nassem Blick.Und doch, welch Glück, geliebt zu werden,Und lieben, Götter, welch ein Glück! Neue Liebe, neues Leben Herz, mein Herz, was soll das geben?Was bedränget dich so sehr?Welch ein fremdes, neues Leben!Ich erkenne dich nicht mehr.Weg ist alles, was du liebtest,Weg, warum du dich betrübtest,Weg dein Fleiß und deine Ruh –Ach, wie kamst du nur dazu! Fesselt dich die Jugendblüte,Diese liebliche Gestalt,Dieser Blick voll Treu und GüteMit unendlicher Gewalt?Will ich rasch mich ihr entziehen,Mich ermannen, ihr entfliehen,Führet mich im Augenblick,Ach, mein Weg zu ihr zurück. Und an diesem Zauberfädchen,Das sich nicht zerreißen lässt,Hält das liebe lose MädchenMich so wider Willen fest;Muss in ihrem ZauberkreiseLeben nun auf ihre Weise.Die Verändrung, ach, wie groß!Liebe! Liebe! Lass mich los! Wink Und doch haben sie recht, die ich schelte:Denn, daß ein Wort nicht einfach gelte,Das müßte sich wohl von selbst verstehn. Das Wort ist ein Fächer! Zwischen den StäbenBlicken ein Paar schöne Augen hervor. mehr lesen Originelle Anmachsprüche kreativ und begeisterndDer Fächer ist nur ein lieblicher Flor,Er verdeckt mir zwar das Gesicht, Aber das Mädchen verbirgt er nicht,Weil das Schönste, was sie besitzt, Das Auge, mir ins Auge blitzt. Mailied Wie herrlich leuchtetMir die Natur!Wie glänzt die Sonne!Wie lacht die Flur! Es dringen BlütenAus jedem ZweigUnd tausend StimmenAus dem Gesträuch Und Freud und WonneAus jeder Brust.O Erd, o Sonne!O Glück, o Lust! O Lieb, o Liebe!So golden schön,Wie MorgenwolkenAuf jenen Höhn! Du segnest herrlichDas frische Feld,Im BlütendampfeDie volle Welt. O Mädchen, Mädchen,Wie lieb ich dich!Wie blickt dein Auge!Wie liebst du mich! So liebt die LercheGesang und Luft,Und MorgenblumenDen Himmelsduft, Wie ich dich liebeMit warmem Blut,Die du mir JugendUnd Freud und Mut Zu neuen LiedernUnd Tänzen gibst.Sei ewig glücklich,Wie du mich liebst! Zu Regenschauer und Hagelschlag Zu Regenschauer und HagelschlagGesellt sich liebeloser Tag,Da birgst du deinen Schimmer;Ich klopf am Fenster, poch am Tor:Komm, liebstes Seelchen, komm hervor!Du bist so schön wie immer. Juni Hinter jenem Berge wohntSie, die meine Liebe lohnt.Sage, Berg, was ist denn das?Ist mir doch, als wärst du Glas, Und ich wär nicht weit davon;Denn sie kommt, ich seh es schon,Traurig, denn ich bin nicht da,Lächelnd, ja, sie weiß es ja! Nun stellt sich dazwischenEin kühles Tal mit leichten Büschen,Bächen, Wiesen und dergleichen,Mühlen und Rändern, den schönsten Zeichen, Daß da gleich wird eine Fläche kommen,Weite Felder unbeklommenUnd so immer, immer heraus,Bis mir an Garten und Haus! Aber wie geschichts?Freut mich das alles nicht –Freute mich des GesichtsUnd der zwei Äuglein Glanz,Freute mich des leichten Gangs,Und wie ich sie sehVom Zopf zur Zeh! Sie ist fort, ich bin hier,Ich bin weg, bin bei ihr. Wandelt sie auf schroffen Hügeln,Eilet sie das Tal entlang,Da erklingt es wie mit Flügeln,Da bewegt sichs wie Gesang.Und auf diese JugendfülleDieser Glieder frohe PrachtHarret einer in der Stille,Den sie einzig glücklich macht. Liebe steht ihr gar zu schön,Schönres hab ich nie gesehn!Bricht ihr doch ein BlumenflorAus dem Herzen selbst hervor. Denk ich: soll es doch so sein!Das erquickt mir Mark und Bein;Wähn ich wohl, wenn sie mich liebt,Daß es noch was Beßres gibt? Und noch schöner ist die Braut,Wenn sie sich mir ganz vertraut,Wenn sie spricht und mir erzählt,Was sie freut und was sie quält. mehr lesen Die schönsten Liebesgedichte für Sie und IhnWie’s ihr ist und wie’s ihr war,Kenn ich sie doch ganz und gar.Wer gewänn an Seel und LeibSolch ein Kind und solch ein Weib! Eins und Alles Im Grenzenlosen sich zu finden,Wird gern der Einzelne verschwinden, Da löst sich aller überdruß;Statt heißem Wünschen, wildem Wollen,Statt läst’gem Fordern, strengem Sollen Sich aufzugeben ist Genuß.Weltseele, komm, uns zu durchdringen!Dann mit dem Weltgeist selbst zu ringen Wird unsrer Kräfte Hochberuf.Teilnehmend führen gute Geister,Gelinde leitend, höchste Meister,Zu dem, der alles schafft und schuf. Und umzuschaffen das Geschaffne,Damit sich’s nicht zum Starren waffne,Wirkt ewiges lebendiges Tun. Und was nicht war nun will es werdenZu reinen Sonnen, farbigen Erden,In keinem Falle darf es ruhn.Es soll sich regen, schaffend handeln, Erst sich gestalten, dann verwandeln;Nur scheinbar steht’s Momente still.Das Ewige regt sich fort in allen!Denn Alles muß in Nichts zerfallen,Wenn es im Sein beharren will. Du tanzest leicht Du tanzest leicht bei Pfirsich-FlorAm luftigen Frühlings-Ort:Der Wind, stellt man den Schirm nicht vor,Bläst euch zusammen fort. Auf Wasserlilien hüpftest duWohl hin den bunten Teich;Dein winziger Fuß, dein zarter Schuh Sind selbst der Lilie gleich.Die andern binden Fuß für Fuß,Und wenn sie ruhig stehn,Gelingt wohl noch ein holder Gruß,Doch können sie nicht gehn. Wiederfinden Ist es möglich! Stern der Sterne,Drück ich wieder dich ans Herz!Ach, was ist die Nacht der FerneFür ein Abgrund, für ein Schmerz!Ja, du bist es! meiner FreudenSüßer, lieber Widerpart;Eingedenk vergangner Leiden,Schaudr‘ ich vor der Gegenwart. Als die Welt im tiefsten GrundeLag an Gottes ew’ger Brust,Ordnet‘ er die erste StundeMit erhabner Schöpfungslust,Und er sprach das Wort: „Es werde!“Da erklang ein schmerzlich Ach!Als das All mit MachtgebärdeIn die Wirklichkeiten brach. |Auf tat sich das Licht: so trennteScheu sich Finsternis von ihm,Und sogleich die ElementeScheidend auseinander fliehn.Rasch, in wilden, wüsten TräumenJedes nach der Weite rang, Starr, in ungemeßnen Räumen,Ohne Sehnsucht, ohne Klang. Stumm war alles, still und öde,Einsam Gott zum erstenmal!Da erschuf er Morgenröte,Die erbarmte sich der Qual;Sie entwickelte dem TrübenEin erklingend Farbenspiel,Und nun konnte wieder lieben,Was erst auseinander fiel. Und mit eiligem BestrebenSucht sich, was sich angehört;Und zu ungemeßnem LebenIst Gefühl und Blick gekehrt.Sei’s Ergreifen, sei es Raffen,Wenn es nur sich faßt und hält!Allah braucht nicht mehr zu schaffen,Wir erschaffen seine Welt. So, mit morgenroten Flügeln,Riß es mich an deinen Mund,Und die Nacht mit tausend SiegelnKräftigt sternenhell den Bund.Beide sind wir auf der ErdeMusterhaft in Freud und Qual, Und ein zweites Wort: Es werde!Trennt uns nicht zum zweitenmal. Beitragsnavigation Liebesgedichte von Joachim Ringelnatz Liebesgedichte von Joseph von Eichendorff